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Dr. Tschudi
liess die Zeit jedoch nicht ungenützt verstreichen. Die vom Teufelsbanner Irminger geäusserte Meinung, nur die Verderberin des Kindes könne dieses auch wieder heilen, war bei ihm und seinen Leuten zur festen Gewissheit geworden und er stellte deshalb an den Rat das Ersuchen, die Göldi möchte an seinem kranken Kind Heilversuche vornehmen.
Der Rat war einverstanden und beauftragte den Landweibel, der auch die Dienste eines Gefängnisaufsehers versah, die Göldi zu dieser heiklen Aufgabe geneigt zu machen. Der Landweibel begab sich in den Turm, wo die Magd in Ketten lag und trug ihr das Anliegen des Dr. Tschudi vor; aber Anna lehnte ab. „Wie soll ich dem Kinde helfen“, sagte sie, „da ich ihm doch gar nichts zu Leide getan habe.“ Der Weibel hielt es daher für geboten, die störrische Person schärfer anzupacken. Dass sie die Übeltäterin sei, darüber gäbe es keine Zweifel, so sagte er, und wenn sie sich weigere, dem Kinde zu helfen, so werde man sie dem Scharfrichter übergeben. Die Göldi, durch drei Wochen Kettenhaft bereits zermürbt, erschrak und erbat sich einen Tag Bedenkzeit. Am nächsten Tag bestürmte sie der Weibel aufs Neue. Nachdem er sie erst erschreckt hatte, begann er ihr nun auch Hoffnung zu machen: Je schneller sie dem Ersuchen des Dr. Tschudi willfahre, desto eher werde sie die Freiheit gewinnen, versprach er, bis die verängstigte Magd schliesslich weinend einwilligte, das Kind „mit Hilfe Gottes und dem Beistand des Heiligen Geistes“ zu behandeln.



Sie wurde nun auf die Ratsstube geführt, wohin man das kranke Mädchen bereits gebracht hatte, und die Prozedur begann. Anna kniete vor dem Kind nieder und fing zaghaft an, das gekrümmte Füsschen zu streichen und zu drücken. Dabei weinte sie unausgesetzt und beteuerte, gänzlich unschuldig zu sein. Die Herren der Untersuchungskommission standen währenddessen um sie herum und ermahnten sie, recht eifrig zu sein; „denn dergleichen Leute könnten helfen, wenn sie nur wollten!“ Die Kur, die auch an den nächsten Tagen wiederholt wurde, hatte keinen sichtbaren Erfolg. Nur fiel es den Zuschauern auf, dass die kleine Annamaria, die zu Hause bei der leisesten Berührung des kranken Fusses aufschrie, bei der kräftigen Behandlung durch die Göldi keinerlei Schmerzempfindung zeigte. Auch berichtete die Mutter, sie habe beim Aufdecken ihres schlafenden Töchterleins bemerkt, dass das kranke Bein wieder so lang wie das gesunde gewesen sei, dass es sich aber nachher beim Erwachen des Kindes wieder verkrümmt habe.

Angesichts des mangelhaften Ergebnisses geriet man auf den Gedanken, die Heilungsversuche da vorzunehmen, wo das Kind von der Göldi "verderbt" worden war. So wurde Anna ins Tschudische Haus geführt und musste dort mit dem Kind die Prozedur wiederholen. Und diesmal mit dem überraschendsten Erfolg! Nachdem Anna den Fuss des Kindes wenige Minuten massiert hatte, konnte dieses plötzlich wieder ohne Hilfe aufrecht stehen. Daraufhin begab man sich in Annas frühere Kammer, wo sich jene Szene mit dem verzuckerten Leckerlein abgespielt haben sollte, und liess von Anna noch ein weiteres Mal die Behandlung des Fusses vornehmen. Nun war die Heilung vollkommen: Das Kind lief zur grössten Freude aller in der Stube auf und ab.

Die Wunderheilung erregte höchstes Aufsehen. Wenn aber Anna in ihrer Einfalt geglaubt hatte, sie habe sich durch ihre Bemühung die Freiheit oder doch zum Mindesten den Dank der Eltern verdient, so irrte sie völlig. Im Gegenteil, die Heilung wurde als ein überzeugender Beweis dafür angesehen, dass Anna mit mehr als natürlichen Kräften begabt sein müsse. Ob aber diese gewaltsame Kunstkraft mit dem Namen Zauberey oder Hexerey oder mit einer andern Benennung zu belegen sei, haben die Herren Examinatoren zu beurteilen nicht vor ihren Beruf gefunden, sondern solches dem höheren und weiseren Urteil ihrer Gnädigen Herren geziemendermassen überlassen wollen. Anna hatte also dadurch, dass sie den Bitten des Dr. Tschudi und des Rates nachgekommen war, den vollen Schuldbeweis geliefert. Denn, so lautete das unwiderlegliche Argument, wenn die Göldi das Kind nicht verzaubert hätte, so hätte sie es auch nicht heilen können! Auch die öffentliche Meinung in Glarus, die bis dahin ziemlich geteilt gewesen war, begann sich dieser Auffassung immer mehr anzuschliessen. Freilich waren damit noch nicht alle Dunkelheiten beseitigt. Auf welche Weise die Zauberei vor sich gegangen sei, ob Anna ihre Untat allein oder mit Helfern begangen habe, das waren Fragen, die noch durch den Prozess abgeklärt werden mussten.

Offene Stellen

Museums-Aufsicht

Die Anna-Göldi-Stiftung sucht für das im August 2017 aufgehende Museum Personen für die Aufsicht der neuen, modernen Ausstellung.

Voraussetzungen für diese Aufgabe sind:

  • Affinität zum Thema
  • Offenes, freundliches Auftreten
  • Gepflegte Erscheinung
  • Grosse Zuverlässigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Kontaktfreudigkeit
  • Zeitliche Flexibilität
  • Bereitschaft für Wochenenddienst
  • PC-Kenntnisse

Zu Ihrem Tätigkeitsbereich gehört:

  • Kassen-, Telefondienst
  • Aufsicht, Kontrolle
  • Betreuung Museums-Shop
  • leichte Reinigungsarbeiten

Bei Interesse und Fähigkeit besteht allenfalls die Möglichkeit, zusätzlich Museumsführungen zu übernehmen.

Ideal wären mind. ein- bis zwei Einsätze pro Woche.

Die Entschädigung hält sich im Rahmen ähnlicher Institutionen (z.B. Kunsthaus Glarus).

Das Museum ist jeweils von Mittwoch- bis Sonntagnachmittag von 13.30 Uhr bis 18 Uhr offen. In den Wintermonaten (Mitte November bis Mitte April) bleibt die Ausstellung geschlossen.

Auskunft erteilt: Museumsleitung, Fridolin Elmer Tel. 079 196 17 92 Schriftliche Anfrage/Unterlagen unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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